Während die Drachen gerade in der Sommerpause sind, schnuppert Otto Pohlmann aus dem BYC bei den Klassikern – aber nicht mit dem Drachen – sondern mit einer 38 Fuß langen Holzjolle – einer A-Scow, die mit ihrem extrem flachen Design eher an ein modernes Skiff, denn an einen alten Klassiker erinnert. Während hier eine Scow eindeutig zu den Ausnahme-Erscheinungen zählt, sind diese ziemlich anmutigen flachen Rennboote vor allem in den USA überaus beliebt. In einer modernisierten Variante werden sie dort von Melges sogar neu gebaut. Bei der Ex-Winnefox, jetzt Meerblick-Fun getauften Scow von Pohlmann handelt es sich um eine der letzten Holzkonstruktionen aus dem Jahre 1957. Das 38 Fuß A-Scow ist das größte, schnellste und leistungsfähigste Binnen-Scow-Segelboot und wurde von John O. Johnson am Ende des 19. Jahrhunderts (1896) entworfen. „Sieht aus wie eine Scheibe Brot“, waren wohl die ersten Kommentare zu dem damals völlig neuartigen flachen Design, dass ohne Kiel, dafür mit zwei Seitenschwertern und mit rundem Bug daherkam.

Otto Pohlmann sucht mit seinem neuen Boot den Reiz des Anderen. „Die Segelwelt ist ja ausgesprochen vielfältig und da tut es immer gut, auch mal über den Rand in andere Klasse zu schauen, begründet der ehemalige Finn-, jetzt Drachensegler seinen Ausflug in die Klassikerszene. Wie sich die Scow tatsächlich segelt, wird Otto Pohlmann erstmals bei der „Regata Illes Balears Classics“ auf Mallorca testen. Immerhin kann das Boot mit bis zu sechs Mann auf der hohen Kante gesegelt werden.

Text: Sina Entzminger; Bilder: Otto Pohlmann