Der Royal Sydney Yacht Squadron (Australien) gewinnt die Segel-Champions League 2019 auf dem St. Moritz See. Die einzige nicht europäische Crew ersegelte sich den Sieg im imageträchtige Rennen. Beim SAILING Champions League Finale 2019 kämpften 24 Segel-Clubs vom 15. bis 18. August in St. Moritz um den Titel “Best Sailing Club of the Year” und die begehrte Silbertrophäe. Nach einem langen Sommer mit drei Qualifikations-Events in Palma de Mallorca, Porto Cervo und St. Petersburg stand jetzt die Entscheidung an. Sechs deutsche Clubs wollten die Deutsche Segel- Bundesliga in der Schweiz bestmöglich vertreten. Von insgesamt 20 Nationen, die in der SAILING Champions League 2019 antraten, waren zehn im Finale vertreten: Australien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Russland, Schweden und die Schweiz. Der Bayerische Yacht-Club wurde in St. Moritz von Veit Hemmeter als Steuermann, Jan Nürnberger als Taktiker, Teresa Hemmeter als Trimmerin und Poldi Lindner am Vorschiff vertreten.

Der Norddeutsche Regatta Verein wurde zweiter. In dem mit starken Profis besetzten Feld ersegelte sich die Crew aus dem Bayerischen Yacht-Club den 16. Platz.

Zur Website: http://sailing-championsleague.com/events/st-moritz-switzerland-2019/

Text: BYC; Bilder: Segel-Champions League 2019

 

Münchner Merkur (Quellenangabe: Christian Heinrich, Starnberger Merkur vom 21.08.2019, Seite 36)

Die Gipfelstürmer stürzen ab

Starnberg – Einen Platz unter den ersten Sechs hatte Ilja Wolf seiner Crew beim Finale der Champions League in St. Moritz als Vorgabe in den Reisekoffer gepackt. Nach vier Segeltagen in der Schweiz bei traumhaften Bedingungen musste der Teammanager des Bayerischen Yacht-Clubs eine Eins vor die Sechs stellen. Platz 16 unter 24 Spitzenmannschaften aus Europa und Australien war gelinde gesagt eine Nummer zu klein für die gehobenen Ansprüche des deutschen Vize-Meisters. „Es ist einfach nicht gut gegangen“, räumte Wolf zerknirscht ein.

Dabei hatte er mit Veit und Teresa Hemmeter, Jan Nürnberger und Leopold Lindner eine Seilschaft in die Berge entsandt, die in diesem Jahr schon die ersten Gipfel gestürmt hatte. Jeweils einen dritten Platz beim Saisonauftakt in Starnberg und beim zweiten Spieltag in Konstanz brachte die Crew als Empfehlungsschreiben mit. In St. Moritz kam das Team jedoch nie in den Regattamodus und fand sich in den 17 Flights meist in der unteren Hälfte der acht Mannschaften großen Startgruppe wieder. Beste Platzierungen waren ein zweiter und zwei dritte Ränge. „Das hat sich das Team so nicht vorgestellt“, gab Wolf zu.

Auch er selbst nicht. „Erhobenem Hauptes nach Hause kommen“, lautete seine Devise vor dem Finale, um dem Team kräftig Rückenwind für den vierten Bundesliga-Spieltag am kommenden Wochenende auf dem Berliner Wannsee zu verleihen. Nun sind die Turbulenzen für den aktuellen Tabellenfünften nach dem zwölften Rang von Travemünde noch heftiger geworden. Wolf befürchtet schon das Schlimmste: „Wir hoffen, dass wir in Berlin nicht unter die Räder kommen.“ Vom Titel, der insgeheim das Ziel des Clubs gewesen ist, spricht am Starnberger Nepomukweg inzwischen niemand mehr. Auch wenn es Skipper Julian Autenrieth auf dem Wannsee wieder versuchen darf, verlorenen Boden gut zu machen, ist es recht windstill um den Meisterschaftsanwärter geworden.

Was sich in Travemünde schon angedeutet hatte, erfuhr in der Schweiz seine Bestätigung. Von den sechs deutschen Clubs, die die Qualifikation zum Finale bewerkstelligt hatten, landete der BYC in der internen Wertung nur auf dem vorletzten Rang. Nur der Bodensee-Yacht-Club Überlingen tauchte auf Platz 21 noch weiter ab als die Bayern. Der Verein Seglerhaus am Wannsee (9.), der Württembergische Yacht-Club (10.) und der Wassersport-Verein Hemelingen (11.) konnten sich allesamt in der oberen Hälfte des Tableaus behaupten. Über allen thronte jedoch der Norddeutsche Regatta Verein, der es ins Finale der besten Vier schaffte, aus dem er schließlich als Zweiter hinter der Royal Sydney Yacht Squadron aus Australien hervorging.

Wolf sah seine Crew der starken Konkurrenz überhaupt nicht gewachsen: „Wir hatten nie eine Chance gehabt, unter die besten Drei zu kommen.“ Nicht einmal ein Aufbäumen der Bayern ließen die Rivalen zu. „Dafür ist es ja die Champions League, das sind keine Amateure“, stellte Wolf klar. „Die da fahren, wissen alle, was sie machen.“ Was aber auch für seine Mannschaft galt, auch wenn ihr fast gar nichts gelang. Entsprechend groß war der Jammer. „Wir werden jetzt unsere Wunden lecken“, räumte der Teamchef ein. Die Top Sechs sind momentan eine Nummer zu hoch für seine Bergsteiger.