Stella Spöhrer (15) ist seit 2015 Mitglied im Bayerischen Yacht Club. Ihre Hobbies: Sie segelt und fotografiert für Ihr Leben gerne. Seit der Segelsaison 2019 hat sie die Sportfotografie für sich entdeckt. Viele Segler staunten, als das JJA-Mitglied beim Erich-Hirt-Preis (Soling) im August am Abend im Casino faszinierende Aktionsaufnahmen präsentierte. Die Schülerin am Starnberger Gymnasium (10. Klasse) avancierte plötzlich zur Fotografin im Club. Stella lebt mit Ihren Eltern, Christian und Petra Spöhrer, sowie mit der Katze Tiffy und Labrador Rocky in Starnberg. Neben Schule, Segeln und Fotografie spielt Stella Klavier und begeistert sich für Jazz-Dance. Ihr Papa segelt einen Drachen und ist im BYC als Schiedsrichter gefragt. Im Sommer bekam die Familie eine S-Boot-Lizenz. Das gibt Stella die einmalige Chance, wenn Papa schiedsrichtert, tolle Fotos auf dem Wasser zu machen. Ein normaler Fotograf kommt selten so nahe an die Regattabahnen…

Wie kommst Du zum Segeln?

Bevor ich im April 2015 Mitglied in der Jugend- und Juniorenabteilung des BYC wurde, war ich kurzzeitig Mitglied im kommerziellen Opticlub SRC von Michael Timmermann. Ich wollte aber in einen richtigen Segelclub, in dem ich mehr sportliche Möglichkeiten habe.

Hat das sofort geklappt?

Klar. Ich war von Mai 2018 circa ein Jahr lang Steuerfrau im 29er. Im August 2019 wurde ich Vorschoterin im 29er. Meine Steuerfrau, Emma von Gartzen (14), und ich haben viel Spaß. Vor allem bei viel Wind. Mit Gennaker im Trapez zu stehen, wenn das Boot richtig schön gleitet, ist das ein super Gefühl. Unser Schiff wollen wir Hang over my luv – weil das so schön doppeldeutig ist (lacht). Wenn wir Regatta segeln sind wir meistens das jüngste und einzige Mädchenteam.

Deine Lieblingsbootsklasse?

Natürlich der 29er; 49er und Soling möchte ich später auch gerne segeln, weil beide echt coole Boote sind.

Segelscheine?

Den Jüngstensegelschein. Demnächst, mit 16, will ich auch den Motorbootführerschein machen.

Segeltraum?

Hochseesegeln in Südostasien würde mich reizen. Dort durfte ich mit meinen Eltern schon Urlaub machen. Auf den Philippinen sind wir Hobby-Cat gesegelt. Das Schönste dort ist die Flora und Fauna. Mein Traum ist es auch, in Neuseeland auf dem Meer zu segeln, da ich da eventuell auch mal hinziehen möchte.

Woher kommt dein Faible fürs Fotografieren?

Schon in der Grundschule wollte ich immer fotografieren und Fotoalben anschauen. Mein Opa war mein Vorbild. Er hat immer gerne fotografiert. Seine Bilder sind auch heute noch sehr inspirierend für mich. Damals habe ich mir die Kamera meiner Mutter geliehen und begeistert Strände, Sonnenaufgänge oder meine Haustiere fotografiert. Mit neun Jahren habe ich ganze Serien mit meinen Barbies gedreht. Auch einen ganzen Film inklusive Trailer habe ich produziert und dazu ein Drehbuch mit über 100 Seiten geschrieben Mit 12 habe ich dann meine erste Kamera bekommen, mit der ich angefangen habe, richtig zu fotografieren und Filme zu drehen.

Und jetzt fotografierst Du begeistert auf den Regattabahnen?

Zum erstenmal habe ich beim Erich-Hirt-Preis für Soling auf dem Wasser Aufnahmen gemacht und sie am Abend gezeigt. Die Segler haben mir ihre Kontaktdaten gegeben, damit ich ihnen ihre Fotos schicke. Damit ich sie glücklich gemacht und das hat mir natürlich sehr gefallen.

Mit welcher Fotoausrüstung?

Bei der Soling-Regatta hat mir Ilja Wolf die Clubkamera gegeben, beim Elfi-Pokal der H-Boote habe ich mir eine gute Kamera von Floh Lindner ausgeliehen. Ich mag mir aber nix leihen, deshalb habe ich mir von meinem ersparten Geld eine tolle neue Spiegelreflexkamera gekauft, mit der ich auch Filme drehen kann. Eine Canon EOS 250 inklusive eines Profiblitz.

Was war für Dich die schönste Wettfahrtserie im BYC?

Ganz klar die IDM der 49er. Da hatte es richtig viel Wind, Spritzwasser und Aktion. Das sieht auf meinen Fotos echt toll aus. Ich habe für meine Fotos viel Lob bekommen. In der Galerie auf der Website www.byc.de sind viele – auch von anderen Wettfahrtserien – abgebildet. Das macht mich auch ein bisschen stolz.

Wie geht es für Dich als Fotografin weiter?

2020 möchte ich möglichst viele Regatten besuchen und viel fotografieren. Ich werde meine eigene Website demnächst im Internet einstellen mit Diashows mit eigenen Bildern. Computern macht mir auch viel Spaß. Ich bin da sehr kreativ. Aber ich möchte 2020 auch unbedingt mit Emma von Gartzen einige 29er-Regatten segeln…

Bleibt Fotografieren ein Hobby – oder könnte es auch ein Berufsziel werden?

Ich möchte erst mal ein gutes Abi machen. Meine Lieblingsfächer sind Chemie und Biologie. Wirtschaft, Recht oder Deutsch finde ich todlangweilig. Ich kann mir schon vorstellen, mit Filmen und Fotografieren etwas Berufliches zu machen. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, was ich werden will (Produzentin, Kamerafrau, etc.). Aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit.