Mit der Welle schwand die Hoffnung

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Zum Abschluss ihrer Karriere im 420er belegen Felix Kaiser und Jonas Royla bei der WM in Newport einen starken 15. Platz. Auch die drei anderen Teams des BYC trotzen den schwierigen Bedingungen das Bestmögliche ab.

Als die Weltmeisterschaft der 420er in Newport begann, war alles anders. Seit ihrer Ankunft in den USA fanden Felix Kaiser und Jonas Royla optimale Bedingungen an der amerikanischen Ostküste vor. Die Wind blies tüchtig, was bei der Crew aus dem Bayerischen Yacht-Club die Hoffnung nährte, einen ähnlichen Coup zu landen wie bei der Kieler Woche, die sie gegen starke internationale Konkurrenz gewann.
Mit dem Beginn der Regatta änderte sich jedoch die Bedingungen. Der Wind flaute ab und förderte eine recht hohe Welle zutage, die allen Mannschaften gewaltige Schwierigkeiten bereitete. Und so platzte der Traum der Bayern, bei ihrer letzten großen Meisterschaft in der Jugendklasse noch einmal ein Top-Resultat zu erzielen. „Wir hatten uns mehr erhofft“, gab Kaiser zu. Am Ende landeten er und Royla auf einen starken 15. Platz.
Die Ergebnisse, die das Team einbrachte, waren gut. In der Qualifikation mischte es stets auf den vorderen Plätzen mit (11/15/16/8/10/10), ohne jedoch in die Spitze vordringen zu können. Daran änderte sich auch in der Finalserie der Gold Fleet lange nichts. Nach vier schwächeren Ergebnissen (24/36/32/18) steigerten sie sich zum Schluss aber wieder (5/5).
Das war jedoch kein Vergleich zu den Top-Leuten der Spanier und Amerikaner, die das Geschehen auf dem Atlantik dominierten. Dass die Mannschaften von der iberischen Halbinsel über einen geographischen Vorteil verfügen, lässt sich im Wettkampf nur schwer kompensieren. Während die Kaiserlichen aus dem Bayerischen Yacht-Club auf sieben Trainingsmonate kommen, sind die Spanier das gesamte Jahr über auf dem Wasser.
Allerdings sind sie auch besser organisiert. Allen spanischen Teams ist es vom Verband gestattet, ihre persönlichen Trainer mit zur WM zu nehmen, mit denen sie die gesamte Saison zusammenarbeiten. Die Deutschen bekamen dagegen einen Coach vorgesetzt, zu dem das Vertrauensverhältnis längst nicht so intensiv und gewachsen sein kann wie zum eigenen Clubtrainer, mit dem die Jugendlichen seit ihrer Kindheit zusammenarbeiten. „Ich finde es nicht richtig, da die freie Entscheidung zu nehmen, mit wem man trainieren will“, kritisierte Kaiser die Verbandspolitik.
Ohne ihren Mentor und Freund Ilja Wolf an ihrer Seite hatten die Bayern einen schweren Stand. Kristian Lenkmann und Philipp Hall fanden bei ihrer ersten WM nur schwer in die Regatta (22/28/25/30/8/21), drehten in der Silver Fleet aber auf (3/17/6/6/3/9) und belegten schließlich Rang 41. „Ich war total überrascht, wie gut sie gesegelt sind“, lobte Kaiser seine Mitstreiter.
Bei den Mädchen litten Sophie Steinlein und Arjanna Foreli darunter, dass sie ein Rennen nicht beenden konnten und einmal disqualifiziert wurden. Sonst wäre für die beiden Bayerinnen mehr möglich gewesen als Rang 25 (30/12/13/23/15/7/10/32/34/36.) Auch Theresa Steinlein und Lina Plettner erging es auf Platz 21 nicht viel besser (19/34/47/37/24/8/23/24/4/34/18/30). „Sie haben sich vielleicht auch zu viel Druck gemacht“, mutmaßte Kaiser.

Text: Christian Heinrich/Münchner Merkur; Foto: BYC

By |27. August 2018|

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