Münchner Merkur, Ausgabe Starnberg, 04. Dezember, berichtet: „Ein neuer Blickfang für Starnberg“

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Starnberg – Für Dr. Michael Steiner, den Vorsitzenden des Bayerischen Yacht-Club (BYC), ist es nicht weniger als ein „sehr entscheidendes Projekt“ für die nächsten 50 Jahre des Vereins. Auf dem Filetgrundstück des ohnehin gesegnet gelegenen Clubgeländes am Nepomukweg will er einen Neubau errichten lassen, der allen Clubmitgliedern offen steht – und das im wahrsten Sinn des Wortes. Denn die Holz-Stahl-Konstruktion aus dem Computer des Münchner Architekturbüros Maier und Neuberger ist luftig, leicht und transparent. „Sie nimmt sich selbst zurück und bietet die Bühne für das sommerliche Clubleben“, sagt Steiner.

„Seeseitn“ haben die Verantwortlichen des Clubs das Projekt genannt – passend zur Lage direkt am See. Auf dem südwestlichen Zipfel des Clubgeländes, am Hafen gegenüber der denkmalgeschützten Bucentaurhalle, befindet sich bislang noch die auch als Winterlager genutzte sogenannte Fliegerhalle, an die sich eine Werkstatt und das Anfang der 1950er Jahre errichtete Seehaus anschließen. Dort haben einige Mitglieder seit Jahren Kojen gemietet. Die ganze Konstruktion hat – gelinde gesagt – schon bessere Zeiten gesehen. „Wir können das nicht mehr sanieren, sondern müssen etwas Neues machen“, sagt Steiner zum Zustand des Gebäudes.

Vor zwei Jahren starteten die Club-Oberen von daher das Projekt „Seeseitn“. Ein Lenkungsausschuss unter der Leitung von Dr. Martin Kapitza wurde gebildet, Fachplaner wurden eingeladen, Rechnungen aufgestellt, unzählige Gespräche geführt, auch mit Ämtern und Behörden. Dabei ging es um wasserrechtliche Belange genauso wie um ästhetische Überlegungen. Über allem stand die Frage, wie das Gelände aufgewertet und allen Clubmitgliedern zugänglich gemacht werden kann. Das Ergebnis schaut so aus wie auf den Skizzen abgebildet. Im Erdgeschoss sollen Umkleideräume, Toiletten und eine Strandbar mit großer Sonnenterrasse direkt am Wasser entstehen, im Obergeschoss sind Club- und Jugendräume geplant. Dazu ist auch Platz für eine „Wall of Fame“, wo der BYC seine Sportgrößen wie Jochen Schümann in Erinnerung halten will. Daneben schließen sich eine neue Slipanlage für moderne Sportboote sowie ein Schwimmsteg an. Eine Unterkellerung ist nicht geplant und wäre an der sensiblen Stelle wohl auch kaum umsetzbar.

„Das wird ein Gebäude für alle“, freut sich Steiner im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Und zu „allen“ gehören auch die Jugendlichen, dessen Förderung für den Vorsitzenden hohe Priorität hat. „Unsere Jugend soll einen Super-Platz bekommen“, sagt er. Ein Viertel der etwa 1000 BYC-Mitglieder ist nicht älter als 27 Jahre – Tendenz steigend. Sie sind die sportliche Zukunft des Clubs, für den 2018 als bestes sportliches Jahr bei nationalen und internationalen Regatten in die Annalen eingeht.

Die Mitglieder haben die „Seeseitn“ bereits genehmigt. Wie berichtet, sprachen sich am vergangenen Freitag bei einer Versammlung 90 Prozent der Anwesenden für das Projekt aus. Sie beauftragten damit den Vorstand mit den weiteren Schritten und genehmigten ein Budget in Höhe von 3,3 Millionen Euro. 1,3 Millionen Euro will der Club selbst aufbringen, unter anderem durch eine dreijährige Investitionsumlage der Mitglieder. Die restlichen zwei Millionen will er finanzieren.

Nun geht es darum, das Projekt planungsreif zu machen und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen. „Im Idealfall können wir im zweiten Quartal 2019 den Bauantrag einreichen“, blickt Steiner in die Zukunft. Eine Genehmigung erhofft er sich noch fürs kommende Jahr, um im Frühjahr 2020 mit dem Abriss beginnen zu können. Dann könnte im Herbst 2020 Einweihung sein. Und dann könnte Starnberg auch einen neuen Blickfang vom See her haben. Denn das neue Gebäude befindet sich in einer Linie mit der Werft der Seenschifffahrt und dem neuen Seebad.

Quellenangabe: Starnberger Merkur vom 04.12.2018, Seite 31

By |4. Dezember 2018|

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