Der Münchner Merkur berichtet:

Starnberg/Tutzing – Mit tüchtig Rückenwind haben Simon Diesch und Philipp Autenrieth die Rückreise von Japan nach Deutschland angetreten. Beim abschließenden Weltcup der 470er im olympischen Segelrevier von Enoshima belegte die Crew aus dem Württembergischen beziehungsweise Bayerischen Yacht-Club den fabelhaften sechsten Platz. „Es ist gut zu sehen, dass wir auch nach drei hochkarätigen Wettkämpfen und sechs Wochen Belastung noch performen können“, sagte Autenrieth. Er betrachtete das Ergebnis als Bestätigung für die große Substanz, die in der Crew steckt.

Wenn im Frühjahr die Flotte des Deutschen Segler-Verbands um die verbleibenden Tickets für Olympia in Tokio kämpft, haben die beiden Süddeutschen beste Aussichten, ihrem Verband nicht nur einen weiteren Startplatz zu sichern, sondern auch selbst die Reise nach Japan zu buchen. Ihre nationalen Konkurrenten Malte Winkel und Matti Cipra kamen nicht über den 23. Platz hinaus. Zum Auftakt der Regatta hatte es noch so ausgesehen, als würden beide deutschen Teams kräftig baden gehen. Die Berliner ordneten sich im 32 Mannschaften großen Klassement an Position 22 ein, Diesch und Autenrieth landeten gar an 26. Stelle.

Während Winkel und Cipra weiter zu kämpfen hatten, legten ihre Kollegen den Schalter plötzlich um. Nach einer starken Serie (2/4/4) und einem Streicher segelten sie auf einmal an der Spitze des Feldes mit. „Das zeigt, dass wir uns hier im Revier immer besser zurechtgefunden haben“, stellte Autenrieth fest. Da die Crew nicht nachließ und sich in den weiteren Rennen stets in der vorderen Hälfte (10/11/4/6/15/7) behauptete, erreichte sie problemlos das Medal Race. Auch dort mischte das Duo gut mit und wurde am Ende Sechster. „Es war eine lange und intensive Zeit in Japan. Wir haben unheimlich viel gelernt und erlebt“, resümierte Autenrieth, bevor sich das Team auf den Heimflug machte.

Aber nicht nur das Doppel aus Baden-Württemberg und Bayern hat einiges zu verarbeiten, bevor es sich nach der wohlverdienten Pause ins Wintertraining begibt. Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß bekamen auch die eine oder andere Denkaufgabe mit auf den Nachhauseweg. Die Crew aus dem Deutschen Touring Yacht-Club beendete die Konkurrenz bei den Damen als Zwölfte und damit als drittbestes deutsches Team. Empfehlen konnten sich Frederike Loewe und Anna Markfort. Die Berlinerinnen verbesserten sich dank ihres Siegs im Medal Race vom sechsten auf den dritten Rang und gewannen damit überraschend Bronze. „Wir sind superglücklich, dass wir hier noch eine Medaille einsacken konnten“, sagten sie erfreut.

Während die Crew vom Wannsee die Saison mit einem dicken Ausrufezeichen im Hinblick auf die interne Ausscheidung für Tokio abschloss – im Gegensatz zu den Männern ist der Startplatz für den DSV bereits gesichert –, haben Böhm und Goliaß den Wind erst einmal nicht in ihrem Rücken, obwohl sie zum Abschluss ihres Japantrips vielleicht ihre beste Leistung zeigten. Die Tutzingerinnen können sich an einem vierten, siebten, achten und zehnten Platz aufrichten, die allesamt darauf hinwiesen, über welches Potenzial das Team eigentlich verfügt. Obwohl Ausrutscher nach unten dieses Mal ausblieben, gelang es Böhm und Goliaß nicht, auch in den anderen Wettfahrten auf diesem Niveau zu performen. Und so flossen auch einige Mittelfeldplatzierungen in die Wertung ein (15/12/14/16/13). Einen 19. Rang konnte die Crew vom Starnberger See streichen.

Quellenangabe: Christian Heinrich, Starnberger Merkur vom 05.09.2019