Im Gespräch bleiben, Vorbild sein und Zivilcourage zeigen – das ist das Rezept um den Natur- und Umweltschutz auf den bayerischen Gewässern weiter voranzubringen. Dies und ein Neun-Punkte-Programm für seine Segelvereine war das zentrale Ergebnis des Wassersportforums des Bayerischen Seglerverband auf der Münchener Messe f.re.e. Das traditionelle Wassersportgespräch des Bayerischen Seglerverband (BSV) wurde in diesem Jahr erstmalig als breit angelegtes Wassersportforum im Rahmen der Münchener Publikumsmesse f.re.e abgehalten. Politik, Behörden Naturschutzverbände und Wassersportler waren auf dem Münchner Messegelände zusammen gekommen, um über das Miteinander auf den bayerischen Gewässern zu diskutieren. Im Mittelpunkt des Forums stand die Teilnahme von Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann.

Als kompetenter Sportminister befasste er sich vor den über 120 Gästen, darunter auch Eberhard Fischer-Brandies (Sportwart BYC), mit dem Thema Freizeittourismus im Zusammenspiel mit Breiten- und Leistungssport. Er betonte, dass bei allen Olympischen Spielen seit 1964 auch Segler aus Bayern vertreten waren. Der Minister versprach, dass Bayern den Segelsport auch weiterhin breit fördern werde. Dies zeigten unter anderem auch die über die letzten sechs Jahre mehr als verdoppelten Mittel, die der Freistaat und sein Ministerium in die Sportförderung investiere. Einigkeit herrschte bei dem Forum darüber, die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Wassersport in Zukunft fortzuführen und auszubauen. Der Vorsitzende des Bayerischen Seglerverbands und Organisator des Forums Dietmar Reeh schloss mit den Worten „Wir sind auf dem richtigen Weg. Wenn wir laufend im Gespräch bleiben, können wir auch künftig die Interessen aller Beteiligten integrieren, statt reglementieren zu müssen.“

Eingebettet war das Wassersportforum in ein aufwändiges und anspruchvolles Programm auf dem Messestand des Bayerischen Seglerverband, das von Christian Spöhrer (BYC) in Zusammenarbeit mit dem Verband und seinem Vorsitzenden Dietmar Reeh sowie teilnehmenden bayerischen Segelclubs  (u.a. MYC, SCW, DTYC, YCSS) hervorragend organisiert wurde.

Weitere Infos, Filme und Bilder (von Laura Arneth und Stella Spöhrer)  zum Wassersportforum und zur Messe f.re.e finden Sie unter https://www.bayernsail.de/

Acht Umwelt-Empfehlungen für Wassersportler der Referenten beim Wassersportforum 2020 des Bayerischen Seglerverbands

  1. Halten Sie mindestens 300 Meter Abstand zu Vogel-Ansammlungen
    Mausernde, rastende und überwinternde Wasservögel brauchen Ruhe und sollten nicht aufgescheucht werden; sie verbrauchen sonst wichtige Kraftreserven
  2. Halten Sie Abstand zu Schilf- und Schutzgebieten
    Bewachsene Ufer- und Flachwasserzonen sind für viele Tiere ein optimaler Lebensraum; vor allem Schilf bietet Versteck, Nahrung und ungestörte Brutplätze
  3. Nehmen Sie wieder mit, was Sie an Bord oder ans Ufer bringen
    Entsorgen Sie Ihre Abfälle zuhause oder in einem öffentlichen Abfall-Behälter; seien Sie sich nicht zu schade, auch einmal Müll Anderer aus dem Wasser zu fischen
  4. Vermeiden Sie Plastik
    Verwenden sie wiederauffüllbare Flaschen, vermeiden Sie Plastikverpackungen; der häufigste Müll am Ufer sind „Partyreste“ wie leere Flaschen und Snack-Verpackungen
  5. Steigen Sie auf Leitungswasser um
    Leitungswasser ist in den meisten Gemeinden ebenso gut wie Mineralwasser, das oft über Hunderte von Kilometern per LKW gefahren wird
  6. Achtung beim Umgang mit Benzin!
    Beim Betreiben von Motorbooten geht es um jeden Benzintropfen; ein Tropfen Kraftstoff kann bis zu 1000 Liter Trinkwasser verseuchen
  7. Vor dem Bootstransport: Reinigen und Auspumpen
    Ziel ist, eventuell anhaftende Pflanzen, Kleintiere oder Gelege zu beseitigen. So vermeiden Sie, invasive Arten einzuschleppen, die das heimische Ökosystem bedrohen
  8. Spritzen Sie Ihr Boot vor dem Wassern ab
    Vor dem Wassern sollten sie Ihr Boot von Straßenschmutz reinigen – aber nur dort wo das Schmutzwasser auch in die Kanalisation fließt

Meggendorfer/Spranger im Talk mit Sportminister Herrmann

Zu Gast beim Wassersportforum und auf dem Messestand des BSV war die BYC-Crew Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger, die bei der WM der olympischen 49er in Geelong/Australien auf Rang 29 gesegelt waren. Auf dem Stand des Bayerischen Seglerverband berichteten die beiden symphatischen Sportler des Bayerischen Yacht-Club Minister Herrmann von ihrem Ausflug und Erfahrungen bei ihrem Trip nach Down under (Foto).

„Es war eine harte Woche für uns“, ließ die Starnberger Crew den interessierten Minister wissen. Dass sie die Gold Fleet nur um zwei Punkte verpasste, war ärgerlich. „Aber wir sind glücklich, dass wir die WM mit einem dritten und einem ersten Platz in den beiden letzten Rennen beenden konnten.“ Die beiden Sportler wollen ihre Kampagne bis 2024 fortsetzten.