Mit dem Titel Dreifach-Triumph für den Bayerischen Yacht-Club überraschte der Münchner Merkur, Ausgabe Starnberg, seine Leser am 31. Januar 2019. In einer spannenden Rückschau auf die Mittwochsregatten auf dem Starnbgerger See 2018 befasste sich Autor Christian Heinrich ausführlich mit der beliebten und Wettfahrtserie die jedes Jahr wärend der ganzen Saison viele Hobby- aber auch Leistungssportler anlockt. Die erste Mittwochsregatta 2019 wird am 08. Mai ausgetragen.

Landkreis – Die erste und die letzte Wettfahrt schenkte sich Christian Paucksch. Von den insgesamt 14 Rennen der Mittwochsregatta absolvierte der Skipper aus dem Bayerischen Yacht-Club nur elf. Trotzdem stellte er eine Bilanz auf, wie sie diese Regatta schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Drei Läufe entschied er für sich, sechsmal landete er an zweiter Stelle und einmal wurde der Starboot-Segler Vierter. Einen fünften Rang konnte er genauso aus seinem Gesamtergebnis streichen wie die drei Wettfahrten, die er versäumte. Mit 19 Nettopunkten war ihm der Sieg nicht zu nehmen.

Bei der Veranstaltungsserie von Anfang Mai bis Mitte September untermauerte der BYC einmal mehr seine Stellung als Supermacht im Norden des Starnberger Sees. Neben Paucksch schafften mit Martin Kapitza und Peter Bergauer zwei weitere Steuerleute den Sprung aufs Podium und machten damit den Dreifach-Triumph der Segler vom Starnberger Nepomukweg perfekt.

Das Gesamtklassement gibt jedoch nicht adäquat wieder, was bei den Rennen gespielt wurde. Zwar beteiligten sich 145 Teams oder Individualisten aus 16 Vereinen an der Regatta, aber vom Stockerl grüßten fast ausschließlich die Bayern. Zwölf Siege gingen an die Kannibalen vom BYC, ebenso oft wurde Platz zwei errungen. Und dritte Ränge waren es am Ende zehn. Da blieb für die Konkurrenz nicht allzu viel übrig. Die Übermacht war so erdrückend, dass die Bayern bei der Hälfte der Wettfahrten alle Plätze auf dem Stockerl besetzten.

Die Revolte gegen den BYC probten nur zwei Segler erfolgreich. Christiane Serini vom Augsburger Segler-Club entschied die fünfte Wettfahrt für sich, bei der die Bayern ihre schwärzeste Stunde erlebten. Nur zwei Segler ergatterten einen Platz unter den besten Zehn. Craig Delgardo vom Münchener Ruder- und Segelverein machte es ihr im zwölften Rennen nach.

Die meisten Läufe verbuchte Paucksch für sich, der dreimal gewann. Hinter ihm folgte seine Clubkollegen Walter Rothlauf (2) sowie Martin Kapitza, Thomas Walzer, Christoph Mayer-Berg, Gerald Messer, Christian Zerlin, Adrian Köstler und Max Ringlstetter.

Den inoffiziellen Medaillenspiegel führten die Bayern mit ihrer imponierenden Bilanz souverän an. Zur zweiten Macht am Starnberger See schwang sich der MRSV auf. Neben Delgarnos Tagessieg verbuchte Claus Helmer noch einen zweiten Rang und Marcus Funke (2) und Michael Ziller drei dritte Plätze. Der Münchner Yacht-Club wurde hinter dem ASC nur Vierter. Klaus Holl sorgte mit einem zweiten und einem dritten Platz für die einzigen Erfolgsmomente.

Dieser Machtwechsel spiegelte sich auch im Gesamtklassement wieder. Neben den drei Podestplätzen verzeichnete der BYC mit Thomas Stahl (7.) und Thomas Walzer (10.) noch zwei weitere Skipper in den Top Ten. Der MRSV brachte Marcus Funke (5.), Marco Casalini (6.) und Wilfried Jodorf (9.) ganz nach vorne. Vom MYC waren Klaus Holl (4.) und Herbert Eisenlohr (8.) in der Spitze vertreten. Dabei brachte der Verein von der Possenhofener Straße mit 34 Teams die zweitmeisten nach dem BYC (65) an den Start. Dahinter folgte der MRSV (19) und der Universitäts-Sportclub München (11).

Die Regattaserie begann im Mai mit 23 Teilnehmern äußerst schleppend, bevor sie am 25. Juli mit 73 Teilnehmern ihren absoluten Rekordbesuch erlebte. Im September erreichten die Meldezahlen fast wieder das schwache Niveau aus dem Frühjahr. Im Schnitt beteiligten sich 47 Teams an den einzelnen Wettfahrten.

Kein einziges Rennen ließen nur drei Skipper aus: Martin Kapitza, Klaus Holl und das Team USCM waren mit 14 Einsätzen die Stammgäste bei der Regatta. Eine einzige Wettfahrt verpassten nur Marco Casalini, Thomas Stahl (BYC) und Herbert Eisenlohr (MYC). Zwölfmal setzten Max Ringlstetter und Hugo Kroth (beide BYC) die Segel. Am Ende waren es dann nur 17 Teams, die kein einziges Buchstaben-Ergebnis in die Wertung einbringen mussten. Die gute Hälfte der Crews (74) verzeichnete nur einen (30), zwei (24) oder drei (20) Starts.

An der Pinne saßen mit Karin Fendl-Renn, Mia Stuis (beide USCM), Anna Houdek, Franziska Bötsch, Claudia Figge, Katharina Sensch (alle BYC), Christiane Serini (ASC), Ines Roßley, Nathalie Nosswitz (beide MYC) und Anette Berger (MRSV) nur zehn Frauen. Dafür konnte sich die Ausbeute mit einem Sieg (Serini), einem zweiten Platz (Houdek) sowie zwei dritten Rängen (Houdek und Bötsch) sehen lassen.

Bestritten wurden die Rennen mit insgesamt 38 verschiedenen Bootsklassen. Die Spitzenposition teilen sich die Drachen und H-Boote mit jeweils 31 Meldungen. 16 Skipper segelten einen Laser, neun einen Star und sieben eine L95. Die Jugendklassen erschienen fast überhaupt nicht in den Ergebnislisten. Nur einmal kreuzte ein 420er bei einer Wettfahrt auf, einen 29er bekam 2018 niemand zu Gesicht. hch

Quellenangabe: Starnberger Merkur vom 31.01.2019, Seite 41