Mit der SWITCH erlebt das Foilen eine neue Dimension: hohe Geschwindigkeiten, spektakuläre Manöver und spannender One-Design-Rennsport machen die noch junge Bootsklasse zu einem echten Blickfang auf dem Wasser. Doch was macht den Reiz dieser Klasse aus, welche Herausforderungen bringt sie mit sich und warum begeistert sie immer mehr Seglerinnen und Segler? Wir haben mit SWITCH-Seglerin Kim Fernholz über ihren Weg in den Foilsport, die besondere Atmosphäre der Klasse und ihre Ziele für die kommende Saison gesprochen.

Kim, stell dich doch kurz vor: Wie bist du zum Segelsport gekommen und welche Bootsklassen segelst du sonst noch?

Ich bin durch meinen Vater zum Segelsport gekommen und habe ganz klassisch im Optimisten angefangen. Danach ging es für mich über den 420er in die Waszp und schließlich zur SWITCH. Zwischendurch hatte ich außerdem die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen auf größeren Booten wie der J70 und der ClubSwan 50 zu sammeln. Jede dieser Klassen hat mich auf ihre Weise geprägt und mir neue Perspektiven auf den Segelsport eröffnet.

Wann bist du das erste Mal eine SWITCH gesegelt und wie kam es dazu?

Das erste Mal bin ich die SWITCH im Sommer 2024 während der Foiling Week gesegelt. Über die SWITCH Academy von Negrinautica kann jeder das Boot ausprobieren. Nach vier Jahren auf der Waszp war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung – und die SWITCH hat mich sofort gereizt.

Was war dein erster Eindruck, als du auf der SWITCH unterwegs warst?

Mein erster Eindruck war ganz klar: schnell. Die SWITCH foilt am Wind mit etwa 16 bis 19 Knoten und erreicht vor dem Wind Geschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten. Gleichzeitig fühlt sie sich deutlich stabiler an als die Waszp. Das liegt zum einen an der höheren Geschwindigkeit selbst, zum anderen aber auch an der sehr hochwertigen Bauweise des Bootes.

Was macht die SWITCH für dich besonders im Vergleich zu anderen Bootsklassen?

Das Besondere an der SWITCH ist für mich die Kombination aus extrem hoher Performance und echtem One-Design-Segeln. Anders als beispielsweise bei der Motte, einer Konstruktionsklasse, segeln bei der SWITCH alle mit identischem Material. Dadurch entscheidet wirklich das seglerische Können. Gleichzeitig trifft man auf ein unglaublich starkes Teilnehmerfeld – sogar ehemalige Olympiasieger haben den Weg in die Klasse gefunden. Sich mit solchen Seglern auf Augenhöhe messen zu können, macht den besonderen Reiz aus.

Erinnerst du dich noch an deinen ersten erfolgreichen Foiling-Moment? Wie hat sich das angefühlt?

Daran erinnere ich mich noch sehr gut. Das erste Mal zu foilen war einfach unglaublich. Man ist zu hundert Prozent im Moment und muss mit all seinen Sinnen präsent sein. Auf keinem anderen Segelboot habe ich bisher das Gefühl gehabt, den Elementen Wind und Wasser so unmittelbar ausgesetzt zu sein. Jeder kleine Fehler kann direkt im Wasser enden. Wenn dann die ersten Halsen und Wenden im Foil gelingen, entsteht ein unglaubliches Glücksgefühl. Es entwickelt fast schon einen Suchtfaktor – man möchte gar nicht mehr aufhören.

Was begeistert dich persönlich am meisten am Foilen?

Mich fasziniert vor allem dieses intensive Zusammenspiel mit den Naturkräften. Man spürt jede Böe, jede kleine Veränderung im Wasser und muss permanent reagieren. Dieses vollständige Aufgehen im Moment macht für mich den Reiz des Foilens aus.

Welche Fähigkeiten aus anderen Bootsklassen helfen dir beim Segeln der SWITCH besonders?

Die Jahre auf der Waszp haben mir eine sehr gute Grundlage für das technische Handling der SWITCH gegeben. Gleichzeitig profitiere ich noch heute von den taktischen Erfahrungen aus meiner Zeit im 420er. Beides zusammen hilft enorm, um das Boot schnell und konstant zu bewegen.

Was ist für dich die größte Herausforderung auf der SWITCH?

Für mich besteht die größte Herausforderung darin, den Respekt vor der Geschwindigkeit richtig einzuordnen. Eigentlich segle ich die Rennen in erster Linie gegen mich selbst. Es geht darum, mögliche Zweifel oder Unsicherheiten auszublenden und sich voll auf das Rennen zu konzentrieren. Auf einem Boot wie der SWITCH muss man seinen Entscheidungen hundertprozentig vertrauen – wer zögert, landet schnell im Wasser.

Gab es einen Moment, in dem du das Gefühl hattest: „Jetzt habe ich die SWITCH wirklich verstanden“?

Nach ungefähr einem Jahr hatte ich das Gefühl, das Boot in allen Windbedingungen – gesegelt wird zwischen sieben und zwanzig Knoten – technisch sicher zu beherrschen. Trotzdem lernt man ständig weiter. Die SWITCH ist eine junge Klasse, die sich kontinuierlich entwickelt, und gemeinsam mit der Community entdeckt man immer wieder neue Details und Verbesserungsmöglichkeiten.

Was zeichnet die Atmosphäre und die Gemeinschaft innerhalb der SWITCH-Klasse aus?

Die Atmosphäre ist unglaublich offen, freundlich und familiär. Viele Segler kennen sich bereits aus anderen Foiling-Klassen, wodurch man schnell miteinander ins Gespräch kommt. Bei den italienischen Grand Prixs sind aktuell rund 20 bis 25 Boote am Start. Nach den Regatten wird oft einfach ein großer Tisch reserviert und alle, die möchten, essen gemeinsam zu Abend. Dieser Zusammenhalt macht die Klasse für mich besonders.

Für wen eignet sich die SWITCH deiner Meinung nach besonders – und wem würdest du empfehlen, das Foilen einmal auszuprobieren?

Die SWITCH eignet sich besonders für ambitionierte Foiler, die leistungsorientiert segeln möchten und Spaß daran haben, sich mit den Besten in einer One-Design-Klasse zu messen. Grundsätzlich würde ich aber jedem empfehlen, das Foilen einmal auszuprobieren. Dieses Gefühl, lautlos über das Wasser zu fliegen, ist etwas ganz Besonderes und lässt sich nur schwer beschreiben – man muss es selbst erleben.

Welche Ziele hast du für die kommende Saison und was wünschst du dir für die Zukunft der SWITCH-Klasse?

Mein persönliches Ziel ist es, mein Wissen über die SWITCH und mein Bootshandling kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich möchte an möglichst vielen Regatten teilnehmen und mich strukturiert auf die einzelnen Events vorbereiten.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sich noch mehr Segler in Deutschland für die Klasse begeistern und eine feste Trainingsgruppe entsteht. Langfristig wäre die Gründung einer deutschen Klassenvereinigung ein wichtiger Schritt. Sie könnte einen nationalen Regattacircuit etablieren und die Entwicklung dieser zukunftsweisenden Bootsklasse in Deutschland nachhaltig fördern.

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