Maxi, wenn du auf deine bisherige Saison 2026 zurückblickst: Was war für dich persönlich der wichtigste Moment oder die wichtigste Erkenntnis?
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass man den Spaß an der Sache haben muss und dafür brennen muss. Sonst werden die Ergebnisse nicht so sein, wie man es sich erhofft.
Deine Saison hat schon im Januar mit einem längeren Trainings- und Regattablock in Australien begonnen. Was konntest du aus dieser Zeit und dem Training mit dem australischen Team für den weiteren Saisonverlauf mitnehmen?
Das Training war extrem hilfreich und hat mich, glaube ich, auch seglerisch sehr weitergebracht, auch wenn sich einige der Punkte nicht direkt in den ersten Regatten gezeigt haben.
Mit Platz 12 bei den Oceanian Nationals bist du stark in das Jahr gestartet, danach liefen Palma und Hyères nicht ganz nach deinen Vorstellungen. Wie gehst du mit solchen Höhen und Tiefen innerhalb einer langen Saison um?
Eine erfolgreiche Auftaktregatta gibt einem natürlich immer ein gutes Gefühl, deswegen hat mir das erstmal Selbstbewusstsein und Motivation gegeben.
Dann wurde ich nach meiner Rückkehr nach Europa erstmal länger krank. Ich denke, das liegt auch daran, dass ich zu schnell wieder ins Training gestartet bin. Hinzu kam, dass ich keine feste Trainingsgruppe hier hatte, was die Produktivität auch einschränkte.
Aber mental sind solche Rückschläge zu Beginn der Saison in Europa natürlich nicht leicht zu verdauen.
In Kroatien bist du bei deiner ersten Senioren-Europameisterschaft und als jüngster deutscher Teilnehmer angetreten. Wie groß ist der Unterschied zwischen dem Juniorenbereich und einer internationalen Seniorenmeisterschaft im ILCA 7?
Der Unterschied zwischen Junioren und Senioren ist enorm. Im Juniorenbereich bin ich letztes Jahr endlich einigermaßen in der Weltspitze angekommen, und im Senioren-Fleet fängt man jetzt wieder ganz von hinten an und muss sich erstmal über mehrere Jahre wieder nach vorne kämpfen.
Das war mir zwar im Vorhinein bewusst, allerdings erhofft man sich natürlich trotzdem, dass es vielleicht etwas schneller geht. Zudem sind die Erwartungen von außen natürlich auch sehr hoch.
Nichtsdestotrotz konnte ich bei der EM merken, dass ich das Potenzial habe, auch im Senioren-Fleet vorne anzukommen, und wenn ich vieles richtig machte, ging es in einigen Rennen auch schon sehr weit nach vorne.
Beim Europacup in Warnemünde hast du mit Platz 11 gezeigt, dass du besonders bei Starkwind sehr gut mit der internationalen Spitze mithalten kannst. Welche Bedingungen liegen dir aktuell am meisten – und wo siehst du noch das größte Entwicklungspotenzial?
Starkwind sind eindeutig meine Lieblingsbedingungen. Hier kann ich, glaube ich, auch bei den deutlich älteren Jungs mithalten und brauche mich nicht zu verstecken.
Leider kommen solche Extrembedingungen nicht allzu oft vor und deshalb muss ich auch noch enorm an meinen Leichtwind-Skills arbeiten. Dort besteht aktuell noch das meiste Ausbaupotenzial.
In Warnemünde hast du selbst die Starts als einen Bereich genannt, an dem du noch arbeiten möchtest. Warum sind gerade die Starts im ILCA 7 auf internationalem Niveau so entscheidend und was macht einen richtig guten Start aus?
Starts waren dieses Jahr einer der Mainpoints, die ich verbessern wollte, und das ist mir auf jeden Fall auch gelungen.
Die Starts sind im ILCA 7 Senioren-Fleet einfach so wichtig, weil vor allem mit dem neuen Vakaros Race Sense System jeder so nah an der Linie ist, dass man es sich auf keinen Fall erlauben kann, am Start eine Länge hinter der Linie zu sein. Dann ist ein großer Teil des Rennens bereits gelaufen.
Entscheidend sind die Basics: eine gute Landpeilung zu haben, weil man sich dank der Vakaros-Systeme nicht mehr im Pulk verstecken kann, mit Topspeed über die Linie zu fahren und das alles selbstbewusst durchzuziehen.
Mit der Senioren-Weltmeisterschaft in Irland stand Ende August einer der großen Saisonhöhepunkte an. Wie hast du deine erste Senioren-WM erlebt und welche Erfahrungen daraus werden dich besonders in die nächste Saison begleiten?
Die WM war der absolute Saisonhöhepunkt für mich, auf den ich mich extrem hart vorbereitet habe. Auch im letzten Trainingsblock vor Ort in Dublin habe ich mich gut und schnell gefühlt.
Daher ist es umso enttäuschender, dass die Regatta dann letztendlich doch nicht so verlief wie erhofft. Die Bedingungen waren anders als erwartet und mit dieser Situation bin ich einfach nicht gut genug umgegangen.
Allerdings hat mir die WM ziemlich genau gezeigt, woran ich zu arbeiten habe, und genau das werde ich nun nutzen.
Der ILCA sieht von außen vergleichsweise schlicht aus: ein Boot, ein Segel, ein Segler. Was macht die Klasse auf diesem hohen Niveau trotzdem so technisch und taktisch anspruchsvoll?
Genau der Fakt, dass das Boot so schlicht ist und die Boote quasi identisch sind, erfordert umso mehr, dass man seglerisch auf Topniveau ist, da man mit dem Material quasi keinen Vorteil erlangen kann.
Die guten ILCA-Segler haben Tausende Stunden im Boot, sind sowohl technisch als auch strategisch und taktisch und auch körperlich auf extrem hohem Niveau.
Der ILCA 7 verlangt gerade bei 20 oder 30 Knoten enorm viel körperliche Arbeit. Wie sieht dein Training abseits des Wassers aus und welche Rolle spielen Fitness und mentale Stärke für dich?
Mentale und körperliche Fitness sind essenzielle Punkte im ILCA. Mein Mental Game ist sicherlich noch ausbaufähig und daran will ich über den Winter intensiv arbeiten.
Auch Fitness ist im Laser entscheidend, da es wahrscheinlich die körperlichste Bootsklasse ist, die es gibt. Das ist eine meiner Stärken. Neben dem Segeln gehe ich täglich mehrere Stunden ins Gym oder aufs Fahrrad.
Du bist inzwischen Teil der Spitzensportförderung des BYC. Welche Ziele hast du für deine weitere Entwicklung im ILCA 7 – und wo möchtest du sportlich in den kommenden Jahren stehen?
Mein Ziel für das nächste Jahr ist, mich in den Top 50 der Welt zu etablieren.
So will ich mich jedes Jahr steigern und mich nach und nach in der Weltspitze etablieren.
Das langfristige Ziel ist eine Teilnahme an den Spielen in Brisbane 2032
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