Am 5. und 6. September 2026 stand vor Gargnano am Gardasee mit der Centomiglia eine der traditionsreichen Langstreckenregatten des Reviers auf dem Programm. Der Bayerische Yacht-Club war mit mehreren Mannschaften vertreten. Besonders erfolgreich verlief das Wochenende für den 45er 6Q von Peter Koenig, der sich nach zwei sehr unterschiedlichen Regattatagen den zweiten Platz in der Gesamtwertung sicherte.

Den Auftakt bildete am Samstag der Trofeo Gargnano. Die Langstrecke führte von Gargnano weit in den Süden des Gardasees und wieder zurück. Bei für den Gardasee ungewöhnlich leichten Winden waren von Beginn an Geduld und taktisches Geschick gefragt. Vor allem der Übergang vom Vento zur Ora und zahlreiche Flautenlöcher machten die Suche nach dem schnellsten Weg über den See anspruchsvoll.

6Q fand früh eine gute Linie und konnte sich im Feld weit vorne positionieren. Während der langen Fahrt Richtung Süden sorgte zudem eine Airshow für ein außergewöhnliches Bild: Zahlreiche Jets zeigten ihre Manöver über dem See und zeichneten dabei unter anderem die Farben der italienischen Flagge in den Himmel. Am späten Nachmittag erreichte 6Q schließlich das Ziel und belegte nach berechneter Zeit den zwölften Platz. Für den zweiten BYC-45er PAPILLON endete der erste Regattatag dagegen vorzeitig mit einem DNF.

Am Sonntag zeigte sich der Gardasee beim Trofeo Gorla von einer völlig anderen Seite. Schon kurz vor dem Start frischte der zunächst schwache Vento kräftig auf. Statt großer Leichtwindsegel waren plötzlich kleine Genua und Reff im Groß gefragt. Bei rund sechs Beaufort und teilweise bis zu zwei Meter hoher Welle gingen beide 45er gut aus dem Start und machten sich auf den langen Weg Richtung Norden.

6Q erwischte die taktischen Schläge besonders gut und konnte sich zunehmend absetzen. Doch auch PAPILLON hielt sich bei den anspruchsvollen Bedingungen gut im Rennen. Fast drei Stunden lang arbeiteten sich die Crews gegen Wind und Welle Richtung Torbole vor. Dabei ging reichlich Wasser über Deck, bevor Wind und Welle weiter im Norden langsam nachließen.

Nach der Tonnenrundung bei Torbole folgte der nächste Wetterwechsel. Der Vento brach zusammen, wenig später setzte die Ora ein. Für PAPILLON bedeutete das erneut Anpassungsarbeit: Als die Ora im weiteren Verlauf schwächer wurde, wechselte die Crew auf die große Genua „Black Mamba“. Das Manöver gelang auf der Kreuz in weniger als zwei Minuten und brachte unmittelbar zusätzlichen Speed. Dennoch blieb die Suche nach den richtigen Windfeldern bis zum Ende eine taktische Herausforderung.

Nach rund sieben Stunden auf dem Gardasee erreichte PAPILLON wieder Bogliaco und belegte in der Sonntagswertung Platz 20. Gemeinsam mit dem DNF vom Samstag bedeutete dies den 58. Rang in der Gesamtwertung.

Noch erfolgreicher verlief der Sonntag für 6Q. Die Mannschaft überquerte die Ziellinie vor einigen deutlich größeren Rennyachten und gewann den Trofeo Gorla in der ORC-Overall-Wertung mit rund fünf Minuten Vorsprung. Zusammen mit dem zwölften Rang vom Samstag bedeutete das Platz zwei in der Gesamtwertung der Centomiglia – nur zwei Punkte fehlten am Ende zum Gesamtsieg.

An Bord von 6Q segelten Hans Spitzauer, Peter Koenig, Benedikt Koenig, Robin Basu, Andreas Hermann und Justus Ernst. Auf PAPILLON waren Andreas Aigner, Frank Weigelt, Benedikt Binder, Sebastian Graba, Philipp Grohmann und Hanno Schellenberg im Einsatz.

Auch weitere BYC-Mannschaften waren auf Asso 99 vertreten: Luitpold Prinz von Bayern und Crew erreichten Platz 67, Heinrich Prinz von Bayern und Mannschaft Rang 82. Die Teams um Benjamin Schwarz und Aurel Volinhals schlossen die Regatta auf den Plätzen 88 beziehungsweise 92 ab.

Mit dem Sieg beim Trofeo Gorla und Platz zwei in der Gesamtwertung endete für den BYC ein sportlich anspruchsvolles und erfolgreiches Wochenende, das einmal mehr die ganze Bandbreite des Gardasees zeigte – von Flaute und taktischem Geduldsspiel bis zu kräftigem Vento, hoher Welle und schnellen Manövern.

Alle Ergebnisse finden sich hier.

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