Vier Tage Internationale Deutsche Meisterschaft, 65 Drachen und 196 Segler – doch am Ende blieb es bei nur einer gültigen Wettfahrt. Auch am dritten Regattatag und am Finalsonntag wollte der Wind auf dem Starnberger See nicht ausreichend mitspielen. Was diese IDM dennoch auszeichnete: Geduld, gute Stimmung, viel Gemeinschaft und ein Rahmenprogramm, das auch an den langen Tagen an Land für besondere Momente sorgte.
Nach der einzigen Wettfahrt am Donnerstag und einem komplett windlosen Freitag richteten sich am Samstag alle Hoffnungen auf den dritten Regattatag. Die Auslaufbereitschaft war für 10:00 Uhr angesetzt – zunächst hieß es allerdings erneut: warten, frühstücken und Kaffee trinken.
Wettfahrtleiter Kai Schreiber hatte bereits am Morgen angekündigt, dass es ein langer Tag werden könnte. Entsprechend gelassen und mit guter Stimmung gingen die 65 Teams in einen weiteren Tag, an dem vor allem Geduld gefragt war.
Hoffnung auf den späten Wind
Noch am Freitagabend hatten die Prognosen für Samstag rund sechs bis sieben Knoten und Sonnenschein vorhergesagt. Doch im Laufe des Tages verschob sich das erwartete Windfenster immer weiter nach hinten.
Erst am Nachmittag setzte sich die Sonne langsam gegen die Wolken durch. Mit ihr entwickelte sich schließlich ein leichter Nordostwind – und nach dem langen Warten sah es tatsächlich so aus, als könnte doch noch eine weitere Wettfahrt gelingen.
Die Flotte ging aufs Wasser und die Wettfahrtleitung nutzte die Chance. Zunächst entwickelte sich ein vielversprechendes Rennen. Doch im Verlauf der zweiten Runde brach der Wind immer weiter zusammen und fiel schließlich zwischenzeitlich vollständig aus.
Die Konsequenz war ebenso bitter wie alternativlos: Die Wettfahrt musste abgebrochen werden.
Kleine Stärkung direkt auf dem Wasser
Nach der abgebrochenen Wettfahrt wartete noch eine besondere Überraschung auf die Crews: Das Schneider Weisse Gastronomie-Team brachte frisch zubereitete Schweinebraten-Semmeln direkt aufs Wasser. Nach dem langen Warten und der letztlich erfolglosen Hoffnung auf eine weitere Wertung war die Stärkung mehr als willkommen – und sorgte trotz der sportlichen Enttäuschung für gute Stimmung bei den Teams.
Damit blieb es auch am dritten Tag ohne eine weitere gültige Wertung. Besonders bitter für die 196 Segler, die über die gesamte Meisterschaft hinweg immer wieder bereitstanden und auf ein ausreichendes Windfenster hofften.
Bis zuletzt alles versucht
Auch für die Wettfahrtleitung war es kein einfacher Tag. Kai Schreiber und sein gesamtes Team hielten die Hoffnung bis zuletzt aufrecht und versuchten alles, um unter fairen Bedingungen eine weitere Wettfahrt möglich zu machen.
Nach dem Abbruch wurde die Flotte schließlich zurück in den Hafen geschickt. So blieb zumindest ausreichend Zeit, um sich auf einen weiteren Höhepunkt der Meisterschaft vorzubereiten: den gemeinsamen Galaabend.
230 Gäste beim Galaabend im Casino
Ab 19:00 Uhr wechselte der Fokus von der Regattabahn ins Casino. Mit viel Liebe zum Detail und umfangreicher Vorbereitung war für die Teilnehmer ein gemeinsamer Abend vorbereitet worden.
Rund 230 Gäste kamen zusammen und genossen bei schönem Ambiente ein Drei-Gänge-Menü. Nach einem weiteren langen Tag des Wartens bot der Abend genau den richtigen Rahmen, um gemeinsam Zeit zu verbringen, sich auszutauschen und die Gemeinschaft innerhalb der Drachenklasse zu feiern.
Auch wenn der sportliche Teil an diesem Samstag nicht das erhoffte Ergebnis brachte, wurde es ein langer und besonderer Abend im Bayerischen Yacht-Club.
Alle Bilder zum 3. Tag findet Ihr hier!
Finaltag: Früh aufstehen für die letzte Chance
Viel Zeit zum Ausschlafen blieb allerdings nicht. Bereits um 08:00 Uhr war am Sonntag Auslaufbereitschaft angesetzt.
Trotz des langen Vorabends waren die Teams pünktlich vor Ort. Die Hoffnung war klar: Vielleicht würde der Starnberger See am letzten Tag doch noch die Chance auf weitere Wettfahrten und damit eine sportliche Entscheidung um die Internationale Deutsche Meisterschaft ermöglichen.
Doch auch am Finaltag blieb das erhoffte Windfenster aus.
Bis in den Mittag wurde auf bessere Bedingungen gewartet. Gegen 12:30 Uhr stand schließlich fest, dass keine weitere Wettfahrt mehr möglich sein würde.
Damit endete die Drachen-IDM 2026 so, wie sie über weite Strecken verlaufen war: mit viel Geduld – und leider viel zu wenig Wind.
Alle Bilder zum 4. Tag findet Ihr hier!
Kein Deutscher Meistertitel bei nur einer Wettfahrt
Da über die gesamte Veranstaltung lediglich eine gültige Wettfahrt gesegelt werden konnte, waren die Voraussetzungen für die Vergabe des Titels Internationaler Deutscher Meister nicht erfüllt.
Die Ergebnisse der Regatta ergeben sich damit aus der einzigen Wettfahrt vom Donnerstag.
Den ersten Platz belegten Dirk Neukirchen, Lars Hendriksen und George Leonchuk (YCRE). Auf Rang zwei folgten Andreas Hermann, Florian Ramsperger und Thomas Wenk (BYCUE).
Mit Christian Knoll, Christian Oehler und Niki Helten auf Rang drei sowie Jan Hoffmann, Janica Hoffmann und Felix Hoffmann auf Rang sechs landeten gleich zwei Teams aus dem Bayerischen Yacht-Club in den Top Ten.
Die ersten zehn Plätze:
- Dirk Neukirchen / Lars Hendriksen / George Leonchuk – YCRE
- Andreas Hermann / Florian Ramsperger / Thomas Wenk – BYCUE
- Christian Knoll / Christian Oehler / Niki Helten – BYC
- Jan Woortman / Caspar Dohse / Marcel Vockel – NRV
- Christoph Toepfer / Markus Koy / Michael Koch – NRV
- Jan Hoffmann / Janica Hoffmann / Felix Hoffmann – BYC
- Hans Spitzauer / Simon Gorgels / Peter Koenig – UYCAS
- Markus Glas / Max Glas / Simon Ramstetter – YCP
- Wolfgang Koehnk / Rasmus Nielsen / Matthias Grau – NRV
- Hannes Braun / Katherina Ernicke / Maximilian Braun – MYC
Zu den vollständigen Ergebnissen auf Manage2Sail
Abschluss bei Sonnenschein
Um 13:00 Uhr kamen die Teilnehmer schließlich bei schönstem Sonnenschein zur Siegerehrung zusammen. Auch wenn der Deutsche Meistertitel in diesem Jahr nicht vergeben werden konnte, bildete die gemeinsame Ehrung einen würdigen Abschluss einer außergewöhnlichen Regattawoche.
Einen kleinen Vorteil hatte das frühe sportliche Ende zumindest für die anschließende Logistik: Das Auskranen und die Abreise der zahlreichen Teams konnten sich zeitlich etwas entzerren.
Nach vier Tagen geht damit eine Drachen-IDM zu Ende, die sportlich sicherlich anders erhofft und geplant war. Dem Wind lässt sich jedoch kein Drehbuch schreiben. Umso mehr bleibt von diesen Tagen die starke Gemeinschaft der Drachenklasse, die gute Stimmung trotz langer Wartezeiten und das Miteinander an Land in Erinnerung.
Der Bayerische Yacht-Club bedankt sich bei allen 65 Teams, bei Wettfahrtleiter Kai Schreiber und seinem gesamten Race Committee, bei Jury und Klasse sowie bei den zahlreichen Helfern und Unterstützern, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.
Allen Teilnehmern wünschen wir eine gute und sichere Heimreise – ganz besonders den Teams, die nun noch viele Kilometer vor sich haben.
Danke für vier besondere Tage am Starnberger See und auf ein Wiedersehen im Bayerischen Yacht-Club!
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