Über das verlängerte Wochenende an Christi Himmelfahrt richtete der Yachtclub Radolfzell die Internationale Deutsche und Schweizer Meisterschaft der Starboote aus. Insgesamt gingen 56 Boote aus neun Nationen an den Start und sorgten für ein hochklassig besetztes Feld mit Olympiateilnehmern, Europameistern und Vizeweltmeistern.

Schon der erste Wettfahrttag stellte Mensch und Material vor enorme Herausforderungen. Die angekündigten Eisheiligen machten sich mit starkem und extrem böigem Wind, niedrigen Temperaturen und immer wieder einsetzenden Regenschauern bemerkbar. Über sechs Stunden waren die Crews auf dem Wasser, vier anspruchsvolle Wettfahrten wurden bei schwierigen Bedingungen absolviert. Für viele Teams ging es dabei nicht nur um sportliche Leistung, sondern auch darum, Material und Mannschaft sicher durch den Tag zu bringen. Insgesamt kam es zu sechs Mastbrüchen, mehrere Crews gaben bereits nach zwei Wettfahrten aufgrund von Unterkühlung auf. Gleichzeitig war durch die vier gesegelten Rennen die Meisterschaft bereits am ersten Tag offiziell gültig.

Auch die weiteren Wettfahrttage blieben äußerst anspruchsvoll. Obwohl der Wetterbericht eigentlich leichtere Winde angekündigt hatte, zeigte sich der Bodensee weiterhin von seiner rauen Seite. Am dritten und letzten Tag herrschten erneut kräftiger Wind, Regen und sogar Hagel. Ohne eine gute körperliche Verfassung war die Regatta kaum zu bewältigen. Insgesamt wurden sieben lange Wettfahrten gesegelt, ab der fünften kam ein Streicher in die Wertung. Das starke Teilnehmerfeld sorgte dabei für hochklassige und taktisch spannende Rennen bis zum Schluss.

Die traditionsreiche Starklasse bewies erneut ihre besondere Faszination. Trotz ihrer langen olympischen Geschichte erlebt die Klasse aktuell einen neuen Aufschwung – insbesondere durch junge Seglerinnen und Segler, die sich zunehmend für das anspruchsvolle „Ferrari auf dem Wasser“ begeistern.

Wie intensiv die Bedingungen tatsächlich waren, beschrieben Thomas Appel und Christian Knoll nach dem ersten Wettfahrttag eindrucksvoll:

„Selten so gefroren, Wasser eiskalt, Böen ohne Ende, immer der kritische Blick auf das Material, die Anspannung vor den Halsen, aber am Ende doch begeistert – das ist Starbootsegeln.“

Den Gesamtsieg sicherten sich souverän die Europameister Hubert Merkelbach und Markus Koy vor der Schweizer Crew Eckert/Melo sowie den Dänen Hestbaek/Gravad. Daniel Fritz vom Chiemsee verpasste als Vierter nur knapp einen Podestplatz.

Auch drei Crews des Bayerischen Yacht-Clubs stellten sich den extremen Bedingungen am Bodensee. Thomas Appel und Christian Knoll belegten am Ende Rang 25, Thomas Kohler und Erol Gerceker wurden 33., während Ewald Köstler gemeinsam mit Markus Gran auf Platz 44 abschloss.

Trotz der harten Wetterbedingungen bleibt die Meisterschaft vor allem als beeindruckendes Beispiel für die Faszination und Härte des Starbootsegelns in Erinnerung – anspruchsvoll, körperlich fordernd und gleichzeitig sportlich hochklassig bis zur letzten Wettfahrt.

Diesen Beitrag teilen:

Weitere News-Beiträge

Premium Partner

Spitzensport Partner

Technologie Partner

Gold Partner

Versicherungspartner

Offizielle Partner

Strategische Partner