Mit der Nastro Rosa Tour – Il Giro d’Italia a Vela nahm Linus Klasen erstmals an einem internationalen Offshore-Event teil. Der Nachwuchssegler ging für den Bayerischen Yacht-Club an den Start und sammelte bei der offiziellen Segel-Rundfahrt Italiens wertvolle Erfahrungen im professionellen Double-Handed-Offshore-Segeln.
Die Teilnahme kam über das Griffin-Projekt des Royal Ocean Racing Club (RORC) zustande. Ziel des Programms ist es, jungen Seglern den Einstieg in den internationalen Offshore-Segelsport zu ermöglichen und die Nastro Rosa Tour noch internationaler aufzustellen. Nach erfolgreicher Bewerbung erhielt Linus Klasen einen der begehrten Startplätze und vertrat den Bayerischen Yacht-Club bei der Veranstaltung.
Die Nastro Rosa Tour verbindet mehrere Disziplinen des modernen Segelsports. Neben den Double-Handed-Offshore-Etappen auf der Figaro 3 werden an jedem Austragungsort Regatten der WASZP-Klasse sowie Wettbewerbe im WingFoilen ausgetragen. So entsteht ein einzigartiges Veranstaltungsformat mit langen Offshore-Etappen und spektakulären Rennen direkt vor den Häfen.
Für Linus Klasen standen zwei Offshore-Etappen auf dem Programm: Syrakus – Tropea sowie Tropea – Neapel. Gesegelt wurde auf einer Figaro 3, einem speziell für den Offshore-Segelsport entwickelten Hochleistungsboot.
Die beiden Etappen verlangten den Crews vor allem taktisches Geschick ab. Schwache Gradientwinde, lokale Thermik und ständig wechselnde Windsysteme machten jede Entscheidung auf dem Wasser entscheidend. Immer wieder galt es, unterschiedlichen Wettermodellen zu vertrauen oder auf das eigene Gespür zu setzen. Wer die richtigen Entscheidungen traf, konnte innerhalb kurzer Zeit mehrere Seemeilen gutmachen – wer falsch lag, verlor wertvolle Zeit in der Flaute.
Kurz vor Veranstaltungsbeginn musste das Team zusätzlich einen Rückschlag verkraften: Die ursprünglich vorgesehene Segelpartnerin verletzte sich, sodass Linus Klasen beide Etappen kurzfristig mit wechselnden Crewpartnern absolvierte. Gerade im Double-Handed-Offshore-Segeln, bei dem eingespielte Abläufe eine entscheidende Rolle spielen, stellte dies eine besondere Herausforderung dar. Dennoch gelang es dem Team mehrfach, das Feld anzuführen und über längere Zeit an der Spitze zu segeln.
Neben den sportlichen Erfahrungen beeindruckte auch die professionelle Organisation der Veranstaltung. Die Aufenthalte in Syrakus und Tropea boten ideale Bedingungen für Training, Vorbereitung und den Austausch mit internationalen Offshore-Seglern. Unterkunft, Logistik und das gesamte Rahmenprogramm unterstrichen den hohen Stellenwert der Nastro Rosa Tour im internationalen Regattakalender.
„Für mich war dieses Projekt ein großer Schritt und gleichzeitig eine Bestätigung, dass ich den Weg in Richtung Offshore-Segeln weitergehen möchte. Ich habe unglaublich viel gelernt, viele neue Kontakte geknüpft und vor allem gemerkt, wie viel Freude mir diese Art des Segelns macht. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen mit den Mitgliedern des Bayerischen Yacht-Club zu teilen – und vielleicht ergibt sich im nächsten Jahr erneut die Möglichkeit, den BYC bei der Nastro Rosa Tour zu vertreten.“ – Linus Klasen
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