Nach einer von Verletzung geprägten Saison 2025 starten Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger mit neuem Fokus und viel Motivation in das olympische Jahr 2026. Im Interview sprechen sie über die Lehren aus der Zwangspause, Veränderungen im Training, ihre Ziele für die anstehende Weltmeisterschaft und den weiteren Fahrplan Richtung Olympia 2028.

Welche Herausforderungen musstet ihr 2025 bewältigen und was habt ihr daraus gelernt?
Wir hatten letztes Jahr viel mit Verletzungen und Krankheit zu kämpfen und mussten unter anderem die ganze zweite Saisonhälfte unser Wassertraining pausieren. Das war natürlich bitter und den Start in die neue Olympiakampagne hatten wir uns anders vorgestellt. Uns ist dadurch nochmal klar geworden, wie wichtig es ist im Athletiktraining den Fokus auf Ausgleichstraining und Verletzungsprävention zu legen.

Wie hat sich euer Training im Vergleich zu den Vorjahren verändert?
Wir verbringen heute definitiv einen größeren Teil des Tages mit Mobilisationstraining und Recoveryeinheiten. Allgemein steht das Athletiktraining mehr im Vordergrund und wir sind in dem Bereich auch deutlich professioneller als früher. Auf dem Wasser hat sich gar nicht so viel geändert. Am Ende geht es immer noch um die gleichen Themen: Starts, Bootshandling, Trim/Technik und Taktik.

Welche Trainingsmaßnahmen stehen 2026 noch an, wo wart ihr schon?
Wir haben gerade das dritte Trainingslager dieses Jahr auf Lanzarote beendet und in einer Woche geht es auf Mallorca weiter. Ende März findet die Trofeo Princesa Sofía (Teil der Sailing Grand Slam Serie) auf Mallorca statt. Das ist der erste große Wettkampf der Saison, der auch als Generalprobe vor dem WM zu sehen ist. Im Anschluss folgt dann ein Vorbereitungstraining auf dem WM Revier in Quiberon (Frankreich), wo von 12.-17. Mai die Weltmeisterschaft stattfinden wird.

Mit welchen konkreten Zielen seid ihr in die Saison 2026 gestartet?
Nach der Verletzungspause in der zweiten Saisonhälfte 2025 sind wir erst im Januar langsam wieder ins Wassertraining gestartet. Konkrete Ziele konnten wir uns da noch gar nicht setzen, weil wir noch nicht absehen konnten wie gut der Wiedereinstieg ins Training gelingen wird. So gesehen ist das oberste Ziel verletzungsfrei durch die Saison zu kommen. Wenn uns das gelingt sind wir überzeugt, dass auch die Ergebnisse stimmen werden.

Welche Regatta hat für euch 2026 die größte sportliche Bedeutung ?
Für uns ist dieses Jahr die Weltmeisterschaft die wichtigste Regatta. Unser Kaderstatus ist an das Abschneiden bei der WM geknüpft und für den Olympiakaderstatus ist eine TOP 8 Platzierung notwendig. Da wir an der WM 2025 verletzungsbedingt nicht teilnehmen konnten, wird das Augenmerk des Verbands besonders stark auf unser diesjähriges Ergebnis gelegt.

Was sind euere persönliches Saisonhighlight 2026?
Wir haben für August ein Trainingslager in Los Angeles geplant, auf dem Olympiarevier für 2028. Da freuen wir uns auf jeden Fall drauf. Was man so hört soll es dort deutlich bessere Segelbedingungen geben als in Marseille…

Welche Rolle spielen das Teamumfeld für euren Erfolg in dieser Saison?
Das Teamumfeld spielt immer eine sehr große Rolle. Es ist unglaublich wichtig eine starke und kompetitive Trainingsgruppe zu haben. Wenn uns unsere Trainingspartner jeden Tag aufs neue herausfordern, hilft uns das auch uns selber weiterzuentwickeln. Unser Trainer, mit dem wir seit letztem Jahr zusammenarbeiten, weiß sehr gut was wir brauchen und hilft uns das richtige Mindset für den jeden Tag zu finden. Die Unterstützung durch den Club ist Gold wert. Ohne die ginge es nicht. Auch das soziale Umfeld ist super wichtig, zum einen was Verständnis und Unterstützung bei unserer nicht ganz einfachen Saisonplanung angeht, aber auch um gelegentlich etwas Abstand zum Segeln zu bekommen.

Wie sieht eure mittelfristige Perspektive über 2026 hinaus aus?
Ab 2027 beginnt die entscheidende Phase unserer Olympia-Kampagne: In diesem Jahr werden die ersten nationalen Startplätze für die Olympischen Spiele vergeben, zudem startet voraussichtlich im Sommer 2027 die interne deutsche Qualifikation, die sich bis Anfang 2028 erstrecken wird. Für uns ist diese Qualifikation ein Zwischenschritt bevor wir uns voll und ganz auf die Olympischen Spiele fokussieren können

 

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