Vom 26. Februar bis 1. März fand im Real Club Náutico de Palma ein weiteres GoSailing-Winter-Training in diesem Jahr statt.

Gesegelt wurde auf Matchrace-Booten, die in Größe und Segelcharakteristik der J/70 ähneln. Die Boote verfügen über ein bis vor den Mast durchgehendes Cockpit ohne Kajüte und bieten dadurch viel Bewegungsfreiheit für die Crew und optimale Möglichkeiten für den Gewichtstrimm. Durch das weiter vorne positionierte Ruder reagieren sie besonders agil und drehen bei Manövern deutlich schneller – eine Eigenschaft, die zu Beginn etwas Eingewöhnung erforderte, den Crews jedoch rasch zusätzliche Möglichkeiten eröffnete.

Die Trainingsgruppe bestand aus zwei Teams:

Team 1 mit Roland Wunderlich, Michael Huchler, Laura Köchling und Henning Schwarz sowie Team 2 mit Karen Brandt, Fabian Brandt, Stefanie Göhringer und Daniel Kröger. Unterstützt wurde die Gruppe von Trainer Thomas Kohler sowie Isabella Kohler, die sich um Bild- und Videomaterial sowie die Organisation des Rahmenprogramms kümmerte.

An allen vier Segeltagen herrschten gute bis sehr gute Bedingungen mit überwiegend stabiler Seebrise zwischen ein und drei Windstärken und trockenem Wetter. Bei etwa 14 Grad Wassertemperatur war es auf dem Wasser angenehm, auch wenn sommerliche Segelkleidung noch etwas verfrüht gewesen wäre.

Die große Bucht vor Palma bot ideale Voraussetzungen für vielfältige Trainingsformen – von Startübungen über klassische Up-and-Down-Kurse bis hin zu längeren Trainingsschlägen. Im Mittelpunkt stand vor allem das Gefühl für Boot, Segelstellung und optimalen Winkel zum Wind zu entwickeln und konstant zu halten. Da der Wind nur leicht drehte, konnten diese Grundlagen sehr effektiv trainiert werden. Bereits vom ersten bis zum vierten Tag waren deutliche Fortschritte bei beiden Crews zu erkennen.

Neben den sportlichen Einheiten überzeugte auch das Umfeld: Der RCNP stellte hervorragende Infrastruktur zur Verfügung und unterstützte die Teams beim Herrichten der Boote. Die Briefings vor und nach den Trainingseinheiten fanden auf der Terrasse des Club-Casinos mit Blick auf den Yachthafen statt – begleitet von kleinen Snacks und einem frisch gezapften Bier, eine willkommene Belohnung nach mehreren Stunden auf dem Wasser.

Auch an Land bot Palma beste Voraussetzungen für ein gelungenes Trainingslager. Die Altstadt mit ihren zahlreichen Restaurants sorgte für abwechslungsreiche gemeinsame Abende. Die Organisation übernahm Isabella Kohler, die zugleich für die Foto- und Videodokumentation verantwortlich war, sodass die Teams die Trainingseinheiten im Anschluss gemeinsam analysieren konnten.

Dass Segeln auch immer wieder ungeplante Herausforderungen bereithält, zeigte ein technischer Zwischenfall mit einem Genakerfall. Mit entsprechender Sicherung wurde Isabella Kohler kurzerhand ins Masttop gezogen, um das Fall neu einzufädeln – eine Aktion, die das Team mit großem Einsatz meisterte.

„Insgesamt hatten wir an den vier Tagen rund 30 Wasserstunden und etwa 70 Seemeilen bei 1–3 Bft. Mit tollen gemischten Teams, abwechslungsreichen Matchraces, Up-and-Down-Kursen, Langstrecken und vielen Genaker-Manövern habe ich sehr viel dazugelernt.“ – Laura Köchling

Das Training in Palma zeigt auf, wie wertvoll die Partnerschaft zwischen dem Bayerischen Yacht-Club und dem Real Club Náutico de Palma für Trainingsmaßnahmen außerhalb der heimischen Segelsaison ist.

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