Mit einem sehr guten 3. Platz in Konstanz, konnte das Bundesligateam des Bayerischen Yacht-Clubs am Wochenende die Heimreise antreten. Hinter dem siegreichen NRV und den punktgleich auf Platz 2 liegendem Team aus Hemelingen, eroberte unser BYC-Team damit den 2. Platz in der Gesamtrangliste, mit einem Punkt hinter dem VSaW. Damit hat der BYC eine hervorragende Ausgangsposition für den nächsten Spieltag im Juli in Travemünde.

Unser Dank geht an Veit & Teresa Hemmeter, Jan Nürnberger und Poldi Lindner, die bei Leichtwetterbedingungen und insgesamt nur fünf Flights keine leichte Aufgabe zu bewältigen hatten.

Hier geht es zur Rangliste:

https://bundesliga2019.sapsailing.com/gwt/Home.html#/regatta/leaderboard/:eventId=0e07c614-b5ec-49ba-9d1b-ccac129ec0e8

Fotos: DSBL Lars Wehrmann

Text: IW

Christian Heinrich berichtet im Münchner Merkur vom 22. Mai über die Wettfahrten vor Konstanz:

Bayerischer Yacht-Club in Lauerstellung

Starnberg/Tutzing – Als nach dem dritten Rennen statt einer Drei eine Sechs in der Ergebnisliste des Deutschen Touring Yacht-Clubs auftauchte, verschwand im eigenen Lager der letzte Rest von Zuversicht. „Da hatten einige das Ganze schon abgeschrieben“, sagte Tobias Bolduan. Das Zutrauen in ihn und in seine Crew-Kollegen war nach dem fürchterlichen Fiasko beim Saisonauftakt zur Segel-Bundesliga nicht gerade groß gewesen. Es litt noch mehr, als die Tutzinger in Konstanz so weitermachten, wie sie in Starnberg aufgehört hatten: Mit einem verkorksten Rennen und Rang sechs. Doch dann fing sich das Team. Einem dritten Platz folgte ein weiterer dritter und nicht, wie es der Computer fälschlicherweise ausgespuckt hatte, ein sechster.

Obwohl der böige Wind für genügend Verwirrung auf dem Bodensee sorgte, behielt der zweifache Deutsche Meister dieses Mal die Contenance. Der achte Platz im Gesamtklassement, der es am Ende des zweiten Bundesliga-Spieltags wurde, sorgte für große Erleichterung bei der Tutzinger Crew. Manche Maßnahmen erwiesen sich als goldrichtig. Monika Linder demonstrierte, dass sie sehr wohl eine ausgezeichnete Taktikerin ist. Auch die Entscheidung, Julian Stückl als Betreuer nach Konstanz zu schicken, wertete Bolduan „als eine Sache, die wir öfters machen sollten“. Es wurde deutlich, wie sehr die Crew ein Korrektiv von Außen benötigt, nachdem Trainer Norbert Wagner und Teammanager Michael Tarabochia im vergangen Jahr die Mannschaft hatten verlassen müssen. „Manchmal müssen es nicht die taktischen Erleuchtungen sein“, stellte Bolduan fest, es genügen schon klare oder ermunternde Worte.

Während die Tutzinger so langsam einen Ausweg finden, wie sie ihre Abstiegsangst überwinden können, legte der Münchner Yacht-Club ein außergewöhnliches Selbstbewusstsein an den Tag. Zwei sechste Plätze zum Auftakt hätten so manchen Rivalen in pure Panik verfallen lassen. Bei der Windstille, die sich über den Bodensee legte, war klar, dass es nur wenige Rennen geben würde. „Umso beachtlicher ist die Reaktion der Mannschaft, die sich aus dieser Lage wieder herausgezogen hat“, lobte Micki Liebl seine Crew. „Es war keine einfache Situation für die Jungs und Mädels vor Ort.“

Was den 18 Teams alles abverlangt wurde, zeigte der Vergleich mit den Ergebnissen von Starnberg. Der Chiemsee Yacht-Club tauschte seinen zweiten Platz gegen den letzten ein. Auch der Verein Seglerhaus am Wannsee purzelte wieder vom Podest und musste sich nach seinem strahlenden Sieg mit Rang vier vertrösten.

Fest verwurzelt wie eine Eiche stand nur die Crew aus dem Bayerischen Yacht-Club auf dem Stockerl. Veit und Teresa Hemmeter sowie Jan Nürnberger und Leopold Lindner feierten ihren zweiten 3. Platz in dieser Saison. „Mit ein bisschen Glück hätte es sogar ein Erster sein können“, bemerkte Ilja Wolf. Am Ende konnte es der Teammanager jedoch verschmerzen, dass seiner Mannschaft im fünften Rennen ein taktischer Fehler unterlaufen war. Sonst hätte sie nach dem ersten Drittel der Saison die Führung im Gesamttableau und nicht Rang zwei inne gehabt. „Wir befinden uns in Lauerstellung.“ Wolf fühlt sich als Verfolger des VSaW pudelwohl.

Auch die Münchner wähnen sich als Fünfter in einer komfortablen Situation. „Wir sind best of the rest“, sagt Liebl, der nur noch die Top-Vier vor sich sieht, die sich schon ein wenig abgesetzt haben. Und der DTYC deutete an, dass man ihn besser noch nicht abschreiben sollte.

Quellenangabe: Starnberger Merkur vom 22.05.2019, Seite 43