Bei anspruchsvollen Segelbedingungen mit 6 – 25 Knoten Wind und hoher Welle auf der Ostsee vor Warnemünde, konnten Julian Sensch und Philip Hall hinter Lilly Zellmer/Vincent Bahr (YCBG-Berlin) mit einer starken Leistung den 2. Platz belegen. Für Julian ist es der erste große Erfolg im 420er und für Philip nach 2018, bereits der zweite Vizemeistertitel. Nach dem Sieg bei der IDM 2018 und World Sailing Youth Worlds Bronze 2019, sicherten sich Theresa Steinlein und Lina Plettner in einem spannenden Finale die Bronzemedaille und wurden damit bestes Damenteam. Eine Top-Ausgangsposition auf eine Medaille hatte auch unser Team Sophie Steinlein/Oda Hausmann. Diese wurde aber in der vorletzten Wettfahrt durch eine unzulässige Behinderung eines anderen Teams beim Start verhindert. Wegen einer vorherigen UFD-DSQ konnten sie diesen Platz nicht streichen und belegten am Ende einen guten 7. Platz. Nach drei Meistertiteln und Podestplätzen in Folge haben unsere Teams bewiesen, dass sie zu den besten in Deutschland gehören.

Hannah Lanzinger und Franziska Steinlein vergaben mit einer Kenterung in der letzten Wettfahrt noch die Chance auf einen Platz unter den ersten 10 Booten. Alexandra Sensch und Katharina Klöckner konnten nicht ihre guten Trainingsleistungen umsetzen und wurden 54. Ex-Vorschoterin Anna Lana Klöckner und Katharina Liebig zeigten gute Ansätze und wurden 59. Valentina Steinlein und Lea Adolph als Neueinsteiger hatten zeitweise mit den Wind-und Wellen zu kämpfen und belegten Platz 63 unter den 102 Teilnehmern.

Gleichzeitig war die IDJM auch das EM/WMA-Finale für 2020, wo sich unsere Teams wie folgt qualifizierten:

WM-Open: Sensch/Hall, WM-Damen: T. Steinlein/Plettner, S. Steinlein/Hausmann, WM U17: Lanzinger/F. Steinlein, JEM U17: Lanzinger/F. Steinlein.

Wir gratulieren unseren erfolgreichen jungen Seglerinnen und Seglern, die sich in unzähligen Trainingsstunden und Regatten vorbereiteten und in mehreren Ausscheidungen qualifizieren mussten!

Hier geht es zum IDJM Ergebnis: https://www.manage2sail.com/de-DE/event/3d6d6f25-629a-4860-b28f-b231e7aea450/#!/results?classId=420er

Text&Bild: BYC

Der Münchner Merkur berichtet:

Silber und Bronze

Starberg – Ein viertes Mal in Folge den nationalen Meister im 420er zu stellen, wäre grandios gewesen. Als die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften in Warnemünde vorüber waren, musste sich Ilja Wolf an die Tatsache gewöhnen, dass seine Teams nicht immer nur ganz oben auf dem Treppchen stehen können. „Dass wir den Titel irgendwann abgeben, war klar“, sagte der Trainer in aller Nüchternheit. Zum Trost gab es für ihn für das entgangene Gold reichlich Edelmetall. Silber und Bronze wanderten in den Bayerischen Yacht-Club.

Bei hoher Welle und starkem Wind lieferten Julian Sensch und Philipp Hall eine Vorstellung ab, die ihnen weder ihr Coach noch am wenigsten sie sich selbst zugetraut hatten. Bis zum letzten der insgesamt zehn Rennen hatten sie sich bis auf zwei Punkte an die bis dato souverän führenden Berliner Lilli Zellmer und Vincent Bahr herangepirscht. „Wir hatten eine realistische Chance, die Meisterschaft zu holen“, stellte Wolf klar. Als es darauf ankam, legte seine Crew mit einem neunten Platz ihre schwächste Platzierung während der gesamten Regatta hin, während die Berliner mit einem zweiten Rang ihre Führung bestätigten und damit den Titel holten.

Während sich Sensch und Hall für ihre hervorragende Leistung mit Silber belohnten, strichen Theresa Steinlein und Lina Plettner noch Bronze ein. Die Medaille war nicht unbedingt zu erwarten gewesen, weil am letzten Regattatag eine steife Brise über die Ostsee fegte. Die beiden Mädchen waren gegenüber den Seeshauptern Florian Krauß und Jannis Sümmchen sowie den Überlingern Jonathan Steidle und Leonardo Honold wegen ihres geringeren Gewichts klar im Nachteil. Aber mit sehr viel Selbstvertrauen und Willensstärke verwiesen die Bronzemedaillengewinnerinnen von der ISAF-WM ihre männlichen Rivalen auf die Plätze vier und fünf. „Leider haben sie ein paar Sachen beim Start liegen gelassen“, sagte Wolf. Für sein Team wäre noch mehr möglich gewesen, wenn es bei den Starts nicht hin und wieder recht verhalten agiert hätte.

Mit Sophie Steinlein und Oda Hausmann hatte der BYC ein weiteres heißes Eisen im Kampf um die Medaillen im Feuer. Bis zum vorletzten Rennen lief auch alles glatt, bevor ihnen ein anderes Boot beim Start in die Quere kam. Da es keine Wiedergutmachung gab, musste sich die Crew mit einem 27. Rang begnügen, der überhaupt nicht in ihre bisherige Ausbeute passte, die aus lauter einstelligen Ergebnissen bestand. „Damit waren sie weg“, ärgerte sich Wolf mit seinen Mädchen über die verpasste Chance.

Mit Rang 16 schafften Hannah Lanzinger und Franziska Steinlein noch den Sprung unter die Top 20. „Sie sind noch nicht konstant genug“, analysierte der Trainer den Auftritt der beiden Mädchen, die erst seit einem Jahr im 420er zusammen segeln. Die Bandbreite der Resultate war groß. Neben einem Tagessieg brachten sie auch einen 31. Rang in die Wertung ein. Gelohnt hat sich ihr Abschneiden dennoch. Lanzinger/Steinlein fahren zur Jugend-Europameisterschaft und zur U17-Weltmeisterschaft. Sensch/Hall, Steinlein/Plettner und Steinlein/Hausmann vertreten Deutschland bei der WM.

Die übrigen Mannschaften des BYC gewannen in Warnemünde vor allem an Erfahrung. Alexandra Sensch und Katharina Klöckner (54.), Anna-Lena Klöckner und Katharina Liebig (59.), Valentina Steinlein und Lea Adolph (63.) sowie Nando Reisner und Mathias Lenkmann (98.) zogen sich, gemessen an ihrem aktuellen Leistungsstand, gut aus der Affäre.

Auch die anderen Vertreter aus dem Fünfseenland verließen Warnemünde nicht mit leeren Händen. Kathrin Steiner (Yacht-Club am Tegernsee) und Veronika Beichl (Herrschinger Segel-Club) sicherten sich als Zwölfte das Ticket zur Weltmeisterschaft. Die Crew hatte sogar einen Platz unter den Top Ten im Visier, bekam am letzten Wettfahrttag bei Starkwind jedoch einige Schwierigkeiten. Für Amelie und Leon Pätzold vom Deutschen Touring Yacht-Club endete die IDM auf Rang 22. Auch sie kamen mit den rauen Bedingungen zum Schluss nicht immer ganz zurecht. hch

Quellenangabe: Christian Heinrich, Starnberger Merkur vom 09.10.2019, Seite 41